Drucken

Die Vergiftung mit Rattengiftködern

Geschrieben von Michael Wappler am 02. Mai 2011. Veröffentlicht in Erkrankungen

Immer wieder fressen unsere Hunde Rattengift oder damit versetzte Köder, die durch leichtsinniges ausbringen gut zu erreichen sind. Diese Köder enthalten oft Cumarine.

Cumarin ist ein natürlich vorkommender sekundärer Pflanzenstoff, der in verschiedenen Ruchgräsern, Schmetterlingsblütlern, beispielsweise dem gelben Steinklee , im Waldmeister, der Weichselkirsche, in Datteln sowie in der Tonkabohne und auch in der Zimtcassie enthalten ist.
Cumarine sind für den typischen Heugeruch beim Trocknen von Gras verantwortlich, da Cumarin in der Pflanze teilweise glykosidisch gebunden ist und erst bei Verletzung beziehungsweise beim Welken der Pflanzen durch Abspaltung des Zuckers frei wird. Kommen das Glykosid und die zugehörige Glykosidase, beispielsweise durch Zerstörung oder Verwesung der Pflanzenzelle, zusammen, wird das Glykosid hydrolytisch gespalten, Cumarin wird freigesetzt und kann seine Wirkung entfalten.

cumarin

Rattengift enthält einen Blutgerinnungshemmer auf Basis eines Cumarinderivates. Dieser führt über Stunden bis Wochen zum inneren Verbluten der Tiere.
Aufgrund des Blutverlustes kommt es zum einen zum Sauerstoffmangel (erschwertes Atmen wie bei einer Lungenentzündung), zum anderen zu Blutungen aus allen Körperöffnungen, oft auch nur als Sickerblutungen in Harn und Kot zu erkennen.

 

Typische Zeichen für eine Vergiftung mit Rattengift sind:
  • Blutungen aus Zahnfächern, Blut im Urin und Kot.
  • Nasenbluten
  • blutig erbrechen
  • schnellere verstärkte Atmung
  • Schleimhäute in Augen, Nase und Maul werden blass bis weiß
  • oft speichelt auch der Hund stärker
  • Blut tritt durch die starke Verdünnung durch die Gefäßwände und das Tier verblutet von Innen
  • später Schwere Atmung und Kreislaufschwierigkeiten
  • Mattigkeit bis zum Kollaps
 

Meist tritt Rattengift als blaue Kugeln, braunes Granulat oder grün aussehende kleine Blöcke mit Vanillearoma auf. Bei kleineren Hunden können diese Symptome schnell auftreten, während große Hunde dazu länger brauchen.
Durchschnittlich reicht bei den meisten Giften eine Aufnahme von 7 bis 15 Gramm, also eine kleine Menge.

Auf jeden Fall muß der Hund sofort zum Tierarzt um eine Vitamin K injektion zu bekommen um die Blutgerinnung zu stabilisieren.