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Zeckenbefall

Geschrieben von Michael Wappler am 02. Mai 2011. Veröffentlicht in Erkrankungen

Die Bedeutung des Zeckenbefalls unserer Haustiere liegt ausser in der Übertragung gefährlicher Krankheiten, der Frühsommer-Meningitis und der Lyme-Borreliose, besonders im langwierigen Eitern zurückgebliebener Zeckenköpfe. Das Prinzip der Behandlung muss deshalb das restlose Entfernen der Zecke sein. Eine Impfung gegen die Lyme-Borreliose des Hundes ist seit 1999 möglich und uneingeschränkt zu empfehlen.

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Vorbeugende Massnahmen bei Hunden sind heute möglich. Das flüssige Medkament wird alle 2-4 Wochen auf die Nackenhaut aufgetropft. Bei Bedarf fragen Sie uns gerne nach Einzelheiten. Einen 100%igen Schutz leistet auch dieses Mittel nicht. Sie werden immer noch einzelne Zecken finden, die Ihr Patient  im Zuge seiner Körperpflege selbst abreissen könnte. Wobei dann meist der Zeckenkopf zurückbleibt. Deshalb wird die Kunst, Zecken fachgerecht zu entfernen, noch nicht so bald überflüssig werden.

Bevor wir Ihnen in der Folge eine perfekte Methode zum Entfernen von Zecken erläutern, vergessen Sie bitte erstmal allen Unsinn den Sie bisher zu diesem Thema gehört oder gelesen haben. Also kein Öl, Alkohol, Nagellackentferner etc aufbringen. Das macht die Zecke lediglich glitschig und erschwert somit das ergreifen. Das berühmte "nur linksrumdrehen" ist ein antiker Scherz, mit dem auch heute noch Leute hereingelegt werden. Die Zecke ist symmetrisch. Rechts- oder linksrum ist ihr deshalb völlig egal. Die Zecke hat kein Gewinde. Man kann sie deshalb nicht "herausschrauben".

Jetzt aber eine Methode, die sich in der Praxis bestens bewährt hat:

  1. Untersuchen Sie Ihren Patienten nach jedem Spaziergang auf Zeckenbefall.
  2.  Wird eine Zecke entdeckt, ergreifen Sie sie mit einer speziellen Zeckenzange oder -pinzette. Wir halten diese Spezialpinzetten für sie vorrätig. Die Zeckenzange senkrecht auf die Haut aufsetzen. Einmal angesetzt hält sie die Zecke selbsttätig fest. Im Gegensatz zu einer Kosmetik-Pinzette braucht sie nicht ständig zusammengedrückt werden. Machen Sie jetzt eine drehende Bewegung wie beim Spaghetti-aufwickeln. Die Drehrichtung ist -wie bei den Spaghetti- belanglos. Nach einigen Drehungen prüfen Sie durch vorsichtiges ziehen, ob die Zecke schon losgelassen hat. Wenn nicht, noch einige Umdrehungen mehr machen und wieder probieren.
  3.  Erst nach entfernen der Zecke geben Sie einen Tropfen geeignetes Desinfektionsmittel, wie Jod-Tinktur oä., auf die betreffende Hautstelle. Sollte - womit Sie bei Verwendung einer anständigen Zeckenzange nicht rechnen müssen - ein Zeckenkopf steckenbleiben, ist tierärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wird diese versäumt, versucht der Körper selbst den Fremdkörper abzustossen und es entstehen langwierige Eiterungen.