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Stressfrei stubenrein

Geschrieben von Michael Wappler am 08. Juli 2011. Veröffentlicht in Hundeerziehung

Ein Welpe scheint vor allem auf einem Element zu bestehen. Wasser und noch mal Wasser. In den ersten Wochen nach dem Einzug des Welpen ist man vor allem damit beschäftigt den Hund nach unten zu bringen und ihn für eine der simpelsten Tätigkeiten überschwänglich zu loben. Das entleeren in den Garten. Welpen haben eine kleine Blase und können nicht lange anhalten.

gassi

Mit viel Geduld, Leckerli und einem guten Zeitmanagement kann es jeder schaffen einen Welpen Stubenrein zu bekommen. Kleine Hunde unter 12 Wochen müssen alle 2 Stunden und Welpen von 3 bis 4 Monaten etwa alle 3 Stunden. Ab dem 4 Monat kehrt dann etwas Ruhe ein und es genügt alle 4 – 5 Stunden ein Gassigang. Natürlich immer Tag und Nacht versteht sich. Die kleinen müssen natürlich auch sofort nach dem Aufwachen sowie 20 min. nach dem Fressen oder Spielen.

 

 

 

 

Sie sind also immer Unterwegs und bekommen viel frische Luft.

 

Ein Welp braucht lange um zu verstehen was sie eigentlich von ihm wollen. Sie schnappen ihn und rennen die Treppe runter um ihn dann ab zu setzen und darauf zu warten das was passiert. Er hat aber aus Angst schon vergessen was er wollte oder es auf dem Weg nach unter schon erledigt. Oder es passiert nichts und auf dem Weg nach oben holt sich die Natur was sie braucht. Ein Welpe ist immer ein Stück unberechenbar und sie sollten sich auf viele Überraschungen gefasst machen. Als Belohnung werden sie rank und schlank werden sowie einen gesunden Teint bekommen.

Hinzu kommt, dass der Welpe, wenn er bei Ihnen eingezogen ist, dem neuen Menschen noch nicht vorbehaltlos vertraut. Fremder Mensch, neues Leben, und dieser Mensch, den man ohnehin merkwürdig findet, schleppt einen auch noch auf eine laute, unruhige Straße, auf der noch mehr Menschen herumlaufen und womöglich obendrein Fahrräder, Roller und fremde Hunde unterwegs sind... . Wie soll man sich da in Ruhe auf seinen Stuhlgang konzentrieren?

Sie sehen also es lohnt sich die neue Welt etwas kleiner zu gestallten um den jungen Hund nicht zu überfordern. Bei sehr ängstlichen oder traumatisierten Tieren kann es notwendig sein ihn an ein Hundeklo zu gewöhnen bis er belastbarer ist. Dann bringen sie ihn zusätzlich 3 – 4 mal tgl. immer zu den selben Zeiten nach draußen um ihn daran zu gewöhnen. Dann wird auf der Wiese gespielt damit sich der kleine an die neue Umgebung gewöhnen kann. In der Anfangszeit sollte man sowieso nur spielen und nicht spazieren gehen. So kann sich in Ruhe die Muskulatur aufbauen. Wenn er sich dabei dann entleert dann wird natürlich ausgiebig gelobt und es gibt ein Leckerli. Zusätzlich legen sie an zwei oder drei Stelle in der Wohnung Welpenpads aus, welche sie im Zoohandel kaufen können.

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Wenn sie denken das der Hund sich lösen muss dirigieren sie ihn zum Pad. Wenn er dann sein Geschäft erledigt dann loben sie ihn und sagen ein Schlüsselwort wie „Pipi“ oder „Pieseln“. Es ist egal welches aber eine sollten sie finden, es erleichtet später die Umgewöhnung vom Pad auf draußen da der Hund dann weis was sie von ihm wollen. Nach dem 10 – 20 mal hat der Hund verstanden und weiß was sie von ihm wollen.

Wenn sie den kleinen mal „erwischen“ das er an einer nicht genehmigten Stelle muss dann rennen sie bitte nicht schreiend und schimpfend auf ihn zu. Vor Angst wird er sich erschrecken und das Geschäft wird in die „Hose“ gehen. In Zukunft wird er sich dann immer einen versteckten Platz suchen damit sie ihn nicht sehen können. Wenn er mittendrin ist, nehmen Sie ihn in aller Ruhe hoch (wischen müssen Sie jetzt sowieso), sagen *Nein!*, setzen ihn anschließend auf seine Pad und loben ihn dort, auch wenn er nicht mehr pieselt.

In den nächsten Wochen wandern die Pads weiter in Richtung der Haustür, aus der Sie ja drei- bis viermal am Tag mit ihm gehen, bis die Pads irgendwann eins nach dem anderen verschwinden. Sie werden an seinem Verhalten merken, dass er aufs Klo muss, weil er die Windel sucht. Im besten Fall läuft er aufgeregt zwischen Ihnen und der Stelle, an der die Windel liegen müsste, hin und her.

 

Jetzt aber schnell nach draußen. Mittlerweile hat er ja gelernt, mit dem Stress und all den Ablenkungen auf der Straße ganz entspannt umzugehen.