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Ohrenpflege beim Hund

Geschrieben von Michael Wappler am 29. Juli 2011. Veröffentlicht in Hundephysiologie

Gepflegt von der Nasenspitze bis zu den Krallenspitzen? Die Ohren werden dabei oft vergessen. Das Ohr ist ein wichtiges Sinnesorgan, auf das die Vierbeiner zu ihrer Orientierung angewiesen sind. Au­ßerdem sind saubere Ohren wichtig für die Gesundheit und das persönliche Wohlbefinden unseres Hundes. Häufiges Kratzen und Jucken am Ohr, Kopfschütteln, schlechtes Hören oder ein unange­nehmer bis fauliger Geruch aus den Ohren sind erste Anzeichen für eine Erkrankung. 

Deshalb sollten Hundeohren regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden. Bei einigen Hunderassen wachsen Haare im Gehörgang. Die Haare verstopfen ihn, so dass Ohrenschmalz nicht entweichen und Luft von außen eindringen kann. Es entsteht ein feuchtes Klima im Gehörgang, in dem sich Bakterien wohl fühlen. Eine Entzündung ist vorprogrammiert. Daher müssen diese Haare regelmäßig von einer darin geübten Person herausgezupft werden.

Hunde mit Schlappohren neigen zu Gehörgangsentzündungen, denn die diese deckt die Öffnung der Ohrmuschel ab. Dadurch fehlt eine Belüftung. Manch andere Hunde, darunter auch Hunde mit Stehohren, besitzen einen zu engen Gehörgang. Auch dadurch kann der Luftaustausch be­hindert sein und eine Entzündung begünstig werden.

Solange der Hund keine Anzeichen eines Ohrenprob­lems zeigt, reicht eine regelmäßige Kontrolle – zwei bis drei Mal wöchentlich – der Ohren auf Schmutz bzw. schwarzbraunes Sekret oder veränderten Ohrgeruch. Bei leichter Verschmut­zung reicht dann eine sanfte Reinigung.
Zum Säubern der inneren Ohrmuschel eignet sich ein Ohrenpflegemittel aus dem Fachhandel oder vom Tierarzt des Vertrauens. Dies wird in das Ohr geträufelt und dann durch behutsames Kneten des Ohres darin verteilt. Anschließend schütteln sich Hunde gewöhnlich kräftig. Die äußere Ohrmuschel reinigt man am besten mit einem weichen Tuch oder festem Wattebausch. Pa­piertaschentücher, Toilettenpapier oder normale Haushaltspapiertücher sind nicht geeig­net, da sie oft zu rau sind und<  die Haut reißen können. Auch Wattestäbchen sind ungeeignet denn sie können wie beim Menschen den Ohrenschmalz zusammenschieben und in den Gehörgang drücken. Die Verletzungsgefahr durch die Anwendung im abgewinkelten Gehörgang ist ziem­lich hoch.

Am besten lässt man sich die perfek­te Ohrreinigung vom Tierarzt einmal zeigen. Er sollte das Tier auch regelmäßig kontrollieren und eventuell richtig behandeln.