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Vererbungslehre und Fellfarbe

Geschrieben von Michael Wappler am 29. Juli 2011. Veröffentlicht in Hundephysiologie

eizelle

Ein Gen ist eine Programmeinheit an einer genau festgelegten Stelle des Chromosoms. Alle Zellen unserer Hunde enthalten im Kern genau 39 Chromosomenpaare, mit Ausnahme der kernlosen Zellen und der Keimzellen. Die Keimzellen sind Spermien und Eizellen. Diese enthalten alle 39 Chromosomen nur einmal. Diese Gesamtheit der Chromosomen mit den darin enthaltenden Genen bilden das genetische Erbgut unserer Tiere. Das Genom. Dieser Programmcode bestimmt Aussehen und den vererbbaren Teil des Verhaltens unserer Hunde.

 

Die Chromosomen sind immer paarweise angelegt. Einer stammt jeweils vom Vater, der andere von der Mutter. Beide passen hinsichtlich Form, Struktur und Abfolge der Genorte, der genetischen Schaltstellen für bestimmte Erbmerkmale, zueinander, doch ist die Information für ein bestimmtes Merkmal wie die Fellfarbe nicht unbedingt identisch. In der Tabelle unter können sie ablesen welche Gentypenkombinationen welche Fellfarbe hervorbringen.

genotypen

 

Ob der Labrador braun, gelb oder schwarz ist, hängt von der genetischen Anlage, an zwei unterschiedlichen Genorten ab. Der eine Genort, nennen wir ihn „B“, ist dafür zuständig, ob ein Hund schwarzes oder braunes Pigment hat. Das Gen „B“ bedingt schwarzes Pigment und ist dominant gegenüber dem Gen „b“, das für braunes Pigment verantwortlich ist.

So führt das Gen „b“ (für chocolate) beim Welpen zu braunem Fell wenn es in beiden Elternteilen vorhanden ist. Der Welpe wird dann als „homozygot b/b“ bezeichnet. Er ist reinerbig. Wenn aber der Vater das Gen „B“ (für schwarzes Fell) und die Mutter „b“ (für braun) mitbringt, so wird der Welpe als „Heterozygot B/b“ bezeichnet. In diesem Fall wird die Fellfarbe Schwarz werden. Das Gen mit dem große „B“ wird dominant vererbt und das Gen mit dem kleine „b“ rezessiv. Die Farbe des dominanten Genes setzt sich durch. Ein schwarzer Labrador hat somit entweder den Genotyp „BB“ oder „Bb“. Nur der Genotyp „bb“ würde braune Labradore hervorbringen.

Das zweite Gen „E“ ist dafür verantwortlich wie sich das schwarze Pigment über die Körperoberfläche verteilt. Das dominante Gen „E“ ist dominant und sorgt dafür das sich schwarz, wenn es vorhanden ist, überall verteilt. Der Hund wird also schwarzes Fell haben. Das rezessive Gen „e" sorgt dafür, dass das schwarze Pigment nur auf der Nase zu finden ist und der Rest des Körpers gelb gefärbt ist. Daraus folgt: Hunde mit dem Genotyp „EE" oder „Ee" sind schwarz, Hunde mit dem Genotyp „ee" sind gelb.

Folgende Fellfarben sind möglich
Schwarze Welpen Braune Welpen Gelbe Welpen
  • BB;EE
  • Bb;EE
  • BB;Ee
  • Bb;Ee
  • bb;EE
  • bb;Ee
  • BB;ee
  • Bb;ee
  • bb;ee