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Erste Hilfe

Geschrieben von Michael Wappler am 29. Juli 2011. Veröffentlicht in Interessantes

Wenn sich der eigene Hund verletzt ist meist kein Tierarzt zur Stelle. Also heißt es selbst Hand anlegen und den Liebling erstversorgen. Dazu benötigen wir Grundkenntnisse in Erster Hilfe.

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Das gehört in den Ersten - Hilfe - Kasten

Pfotenverband

Mit Watte, Mullbinde, Zellstoff, Haftverband, Klebeband und einem „Walker" zum Schutz vor Schmutz und Nässe haben Sie alles für eine Grundversorgung. Nehmen Sie den Walker in der Wohnung ab, so kommt ausreichend Luft an die Wunde.

Salben

Eine Wund- und Heilsalbe,mit der sich raue Stellen (wie Liegestellen) und Wunden, die sich bereits geschlossen haben, behandeln lassen. Bethaisodonna eignet sich zum Desinfizieren von frischen Wunden.

Rescue Remedy

Das auch als „Notfalltropfen" bekannte Kombi­nationspräparat aus 5 von 38 Essenzen der Bach-Blütentherapie soll als Katalysator auf physischer und psychischer Ebene wirken, sie harmonisieren, Krankheiten vorbeugen und die Selbstheilungskräfte aktivieren.

Die Notfalltropfen können so­wohl vorbeugend wie auch in akuten Situationen eingesetzt werden (etwa nach einem Unfall, Schock oder vor der Fahrt zum Tierarzt), denn sie wirken beruhigend und harmonisierend. Die Notfalltropfen sind ein Erste-Hilfe-Mittel in allen belastenden Situationen.

Traumeel

Das geschieht immer mal wieder: Ihr Hund tobt durchs Unterholz oder tritt beim Spielen mit seinen Freunden in eine Bodenvertiefung, und schon ist die Pfote verstaucht oder ge­zerrt. In diesem Fall eignen sich Traumeel-Tabletten.

Euphrasia

Ob Sandkörner, Schmutzteilchen oder Grassamen, schon kleinste Partikel können am Auge des Hundes Irritationen auslösen. Sichtbare Fremdkörper können Sie vorsichtig mit einem angefeuchteten Tuch entfernen. Wischen Sie bei geschlossenem Auge zart und äußerst vorsichtig vom äußeren Augenwinkel Rich­tung Nase. Bei Unsicherheit lieber gleich zum Tierarzt.

Nützliche Helfer

Sind Taschenlampe, Fieberthermometer und Zeckenzange. Die Verbreitung von Zecken hat in den letzten Jahren rapide zugenommen. Hat sich ein Blutsauger an Ihrem Hund festgebissen, hilft die Zeckenzange (anschließend desinfizie­ren!). Die Taschenlampe benötigen Sie für den Blick ins Ohr. Auch das Fieberthermometer sollte in keinem Hundehaushalt fehlen.

Üben Sie Fiebermessen für den Ernstfall!

Schere und Kanüle

Einmalspritzen brauchen Sie zur Ver­abreichung von Flüssigkeiten (wie Notfalltropfen), Tropfkanü­len zum Ausspülen von Wunden. Die vorn abgerundete Verbands­schere, die Krallenzange und die Pinzette sind obligatorisch.

Maulkorb

Auch wenn Ihr Hund noch so friedlich ist: Im Falle eines Schocks oder einer Verletzung kann er anders reagieren: Der Synthetik-Maulkorb ist weich und hilft jedes Risiko zu vermeiden.

Stabile Lage

Soll der Hund untersucht werden und ist unruhig, halten Sie die beiden am Boden liegenden Beine sanft in Seitenlage fest.

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Die Ellenbogen fixieren dabei den Körper des Hundes.

Ohren

Schüttelt der Hund in kurzen Abständen seinen Kopf, kann sich ein Fremdkörper im Ohr befinden. Leuchten Sie mit einer Taschenlampe hinein.

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Meist befindet sich der Fremdkörper in Reichweite einer Pinzette.

Vorsicht: Nie tief ins Ohr eindringen!

Augen

Wer viel buddelt oder seine Nase in jeden Maulwurfshügel steckt, bekommt leicht Sand ins Auge. Auch Zugluft kann zu einer geröteten Bindehaut führen.

auge

Erste Hilfe: Ziehen Sie das untere Lid sanft nach unten und träufeln Sie ein bis zwei Tropfen.

Zahnfleisch

Der Zahnfleischtest kann beispielsweise nach einem Unfall Hinweise auf innere Blutungen oder eine Vergiftung liefern.

zahnfleisch

So geht's: Drücken Sie mit dem Finger auf das Zahnfleisch im Oberkiefer. Es sollte rosa sein, bei Druck weiß und danach rasch wieder rosa werden.

Rea

Auch das gibt es: die Mund-zu-Schnauze-Beatmung. Wenn das Tier nach einem Unfall nicht mehr atmet, formt man die Hand zum Trichter und bläst seinen Atem in die Nasenlöcher des Hundes.

mund-nase

Gleichzeitig muss durch Pumpen an den Rippen das Herz massiert werden.

Notruf

Speichern Sie in Ihrem Handy die Nummer Ihres Tierarztes, eines Not­dienstes oder der Tierrettung. So können Sie im Notfall unverzüglich Hilfe holen oder Ihren Tierarzt vorab über die Verletzung informieren, damit er sich auf Ihren Besuch vorbereiten kann.

Hitze

Hunde sind extrem Hitzeempfindlich und schwitzen nicht wie wir Menschen über die gesamte Körperoberfläche. Ihre Schweißdrüsen befinden sich an den Pfoten und an der Nase. Diesem Umstand muss im Sommer Rechnung getragen werden. Die normale Körpertemperatur des Hundes liegt zwischen 38 – 39°C. Steigt diese durch äußere Umstände an bringen sie den Hund an einen kühlen und schattigen Platz. Kühlen sie seine Läufe und danach den Rumpf, mit feuchten Tüchern oder Wasser.. Den Kopf erst zum Schluss. Machen Sie es sich zur Regel, immer Wasser da­beizuhaben. Es gibt sehr praktische Flaschen, die in einer Art Etui stecken, das gleichzeitig als Napf dient.

Insektenstiche

Stiche können zu allergischen Reaktionen führen. Im Maul- und Rachenraun können die durch sie verursachten Schwellungn Atembeschwerden auslösen. Sind bei ihrem Hund Allergien bekannt, gehört in den Erste-Hilfe-Kasten ein vom Tierarzt empfohlenes Medikament für den Notfall.

Schnittverletzungen

Wenn Hunde sich durch Glas oder ähnliches an Pfoten oder Läufen ver­letzen, bluten sie oft stark. Das ist nicht außergewöhnlich und kann schnell lebensbedrohend werden. Sehen sie nach ob sich noch Fremdkörper in der Wunde befinden, diese können unter Belastung noch tiefer eindringen. Falls möglich, tragen Sie den Hund zum Auto oder zur Wohnung zurück. Die Blutung kann mit einen Mullbinde gemildert werden. Aus den eigenen Socken kann auch ein Schutzschuh gefertigt werden.

Wassernotfall

Schwimmt Ihr Hund in einerm Fluss und wird abgetrieben, rufen Sie ihn und laufen Sie immer mit der Strömung! Nur so kann es ihm gelingen, an Land zu kommen. Wenn Sie stehen bleiben, riskieren Sie, dass er gegen den Strom schwimmt und sich schnell erschöpft. In diesem Fall können sie nur noch hinter her springen um ihn vor dem Ertrinken zu retten.

 

Schon mit einem Welpen oder Junghund sollten sie möglichst alle Verhaltensweisen üben. Die Seitenlage, das Untersuchen der Ohren und des Rachens. All das wird ihnen dann beim nächsten Tierarztbesuch hilfreich sein und den Hund vor Angstschüben schützen.