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Sommerurlaub Schweiz 2007

Geschrieben von Michael Wappler am 29. Juli 2011. Veröffentlicht in Reiseberichte

Wir alle zusammen in den Bergen. Mit Oma und Opa an der Eiger - Nordwand.
 

Heute ist Sonntag der 17.09 und hier liegen in der gesamten Wohnung Taschen. Wieso packen den Herrchen und Frauchen schon wieder alles ein? Fahren sie weg? Darf ich mitkommen? Gibt es dort Wasser?  Sie werden mich doch  nicht vergessen oder doch?

Ich werde mich mal gleich mitten in den Weg legen und so auf mich aufmerksam machen. Aha, jetzt fängt Herrchen an ein paar Hundesachen zu packen. Ja, ja pack ruhig mal noch die Spielsachen dort ein. Wann geht es denn endlich los? So jetzt wo alles gepackt ist können wir ja starten und in die Sonne fahren, wo ich den ganzen Tag im Sand spielen und mich im kühlen Wasser erfrischen kann.

Lea beim spielen

Los Gehts

Wie in die Berge? Kein Strand, kein Wasser, keine schönen Bikinifrauen die mich bewundern? Ich soll bei dieser Wärme die Berge hochwandern? Mir wird schon jetzt ganz warm, wenn ich nur daran denke. Und ich dacht wir machen ERHOHLUNGSURLAUB. Hätte ich mir ja bei meinem Hyperaktiven Herrchen denken können. Ich bin mal gesannt auf die "Einlauftour". Danach bin ich bestimmt gleich 2 Tage außer gefecht. Naja vieleicht paßt Frauchen auf mich auf.

Wieso stehen die denn jetzt mitten in der Nacht auf und ziehen sich an? Geht es jetzt los? Wo fahren wir denn nun aber hin?
Was - Wo bitte ist denn der VIERWALDSTÄTTER SEE???
Jetzt muß ich mich wohl auch noch ins Auto quetschen. Ich werde mal gleich einsteigen sonst vergessen die mich noch ausversehen.
Naja immerhin ist genug Platz. Ach die Fahrräder kommen auch mit, klar das sie die nicht vergessen haben. Aber fragt mal ob ich heute einen Kamm gesehen habe --> ach fragt lieber nicht.! Na toll dann muß ich vieleicht auch noch rennen. Mir reicht es jetzt schon!

Abfahrt - dann werde ich es mir mal gemütlich machen.
Wieso halten wir denn nach 5 min schon wieder? Wir können doch unmöglich schon da sein. Macht doch mal die Heckklappe auf damit ich gucken kann was hier los ist.
Ach nee der Urlaub fängt ja besser an als ich dachte. Oma und Opa kommen auch mit. Dann wird es ja wohl entspannter als gedacht. So jetzt aber einsteigen und los. Es ist ja schon 0.30 am Montag morgen.
Hat da etwa jemand verschlafen, wir fahren doch sonst immer im 0.00 los.

Aufs Rad und Los

Heute ist der 18.09.07 und Herrchen will Brötchen holen. Mit dem Fahrrad? Nach dem ersten Blick in den Regen ist er dann aber doch mit dem Auto gefahren.
Nach dem Frühstück (ich mal wieder nur Hundefutter - eine Wurstscheibe - und in der Küche heimlich ein Brötchen) sind wir nach Brunn gefahren um Lebensmittel zu kaufen.

Nach dem Mittagessen haben alle den fehlenden Schlaf von gestern nachgeholt und wir haben dann den Tag ruhig ausklingen lassen.

Tag 3

Heute ist Herrchen mit dem Fahrrad los um Brötchen zu besorgen und ich war mit Opa locker Gassi gehen. Nachdem ich einen braunen Bären gelegt hatte kam Herrchen wieder zurück und sah um die Nasenspitze sehr ungesund aus. Ja ja der Weg vom Bäcker ist auch nicht ohne. Geht immer steil bergauf.

Am Vormittag sind wir nach Luzern gefahren und sind auf den Pilatus gefahren. Meine Auffahrt war mit 12 CHF am billigsten. Der Rest hat mit 58 CHF pro Person ein wenig mehr bezahlt.

Er verdankt diesen Namen dem Statthalter Roms in Jerusalem, Pontius Pilatus, der sich bekanntlich sehr zwielichtig für die Unschuld Jesu (in der christl. Überlieferung) eingesetzt habe. Der Sage nach fand er im inzwischen verlandeten Gipfelsee (dem Pilatussee bei der Oberalp) seine letzte Ruhestätte. Überall, wo man seine Leiche zuvor bestatten wollte, traten heftige Stürme auf. Deshalb wurde ein hoher Berg wie der Frakmont ausgewählt, auf dem ohnehin fortwährend Unwetter toben. An jedem Karfreitag soll der römische Statthalter von Judäa aus seinem nassen Grab steigen und in vollem Ornat zu Gericht sitzen. Bis ins 16. Jahrhundert hatte der Stadtrat von Luzern das Besteigen des Berges unter Androhung von Strafen verboten. Pilatus sollte im Gipfelsee nicht gestört – und keine Unwetter heraufbeschworen – werden. Aber wehe, wenn es jemand wagte, etwa durch den Wurf eines Steines in das stille Wässerchen, den Pilatusgeist zu erzürnen. Dann habe es furchtbare Unwetterschläge mit schweren Verwüstungen bis nach Kriens hinunter abgesetzt.

Der Pilatus ist 2132m hoch und oben lag noch Schnee. Habe ich mich erst mal hingeworfen und mein Fell gereinigt. Hier oben gibt es Unmengen von Touristen und der Standartspruch den vielen Amis war:
"Oh sweety, you are so nice. Lucky Dog"
Von der Aussichtsplattform ging es dann den Höhenweg 40min rauf zum Tomlishorn. Unterwegs haben wir ein paar Gämse getroffen und ein Bock hat mich doch glatt angeknurrt. Da fragt man sich doch wer hier der Hund ist. Wenn jemand knurrt dann bin ich das. So.

Ich auf Wanderschaft in Luzern

Herrchen hatte den schönen Morgen genutzt um mit dem Rad wieder Brötchen zu holen. Alter Angeber. Er wird uns wieder den ganzen Tag erzählen wie das in die Beine geht. Soll mal erst auf allen vieren 20km laufen dann kann er sich mit mir unterhalten.
Dann sind wir nach Luzern gefahren und haben die Altstadt besichtigt. Es gibt schöne Kirchen und tolle Kaffees. Wa ja klar das Herrchen und Frauchen gleich in den erst besten Starbucks mußten.

Am Nachmittag sind Herrchen, Opa und ich dann mit dem Rad nochmal zurück nach Wiggen gefahren. Immer nur rauf und runter über 12,5km. Eine Strecke natürlich.
Mann werde ich in dieser Nacht gut schlafen.

Die Eigernordwand in Grindelwald

Diese Nacht habe ich so schlecht geschlafen. Herrchen ist drei mal in der Nacht aufgestanden und durch die Wohnung getiegert. Um fünf sind wir alle Aufgestanden und wie ich mitbekommen habe geht es zu irgend einem mystischen Berg. Dort soll es eine Nordwand geben auf die Herrchen voll steht.
Und ich dachte der steht außer auf "das Luder" nur noch auf mich.
Wie auch immer. Ich durfte zum ersten Mal bei Opa im Auto mitfahren. Es hat ihn bestimmt Überwindung gekostet. Wir sind dann gut zwei Stunden nach Grindelwald gefahren und Herrchen ist vor Freude ganz blass geworden und stammelte immer wieder das er sein Versprechen wieder zurück zu kommen jetzt gehalten hätte. Was mich hier wohl erwartet.

Es hat mich ein wenig Zeit gekostet meinem vollkommen vom Glück verwirrten Herrchen zu entlocken das wir in Grindelwalt an der Eiger - Nordwand sind und dieser Berg eine besondere Bedeutung für ihn hat. Auch mein Frauchen war überwältigt. Wir Frauen sind dann mit der Zahnradbahn, für 163 CHF pro Person, auf das Jungfraujoch gefahren. Herrchen und Opa sind unterwegs ausgestiegen um den Eigertrail zu laufen.
Wir sind rauf bis 3454m und ich hatte unendlich viel Spaß. So viel Schnee habe ich noch nie auf einem Haufen gesehen. Darin habe ich mich dann erst mal so richtig gesühlt und wohlgefühlt.
Ich war der Star bei allen Nationalitäten. So viele Bilder wurden schon lange nicht mehr von mir gemacht. An jeder Ecke klickte der Fotoapparat. Ich habe mich gefühlt wie ein Supermodel. Naja ich bin ja auch die schönste, die beste und die geilste.

Endlich erkennt jemand mein wahres Potential.

In der Zwischenzeit sind Opa und Herrchen auf dem Eiger - Trail spazieren gegangen. Genau gesagt sind sie in Alpiglen auf 1615m ausgestiegen. Dort beginnt ein Weg der genau unterhalb der Eiger - Nordwand lang geht. Der Eiger - Trail. Es geht 650hm nach oben und sie haben 2h50min gebraucht. Es ist ein schöner Trip und sie waren überwältigt von den Ausmaßen der Nordwand. Eine senkrechte Wand aus Fels und Eis die 1650m in die Höhe wächst. Viele berühmte Männer sind in ihr geklettert und einige für immer geblieben. Der Fels ist brüchig.

Erstmals durchstiegen wurde die Eigernordwand vom 21.–24. Juli 1938 durch eine deutsche und eine österreichische Seilschaft mit Heinrich Harrer, Anderl Heckmair, Fritz Kasparek und Ludwig Vörg. In der Wand hatten sich die beiden Seilschaften (Kasparek und Harrer aus Österreich einerseits, Heckmair und Vörg aus Deutschland andererseits) vereinigt. Obwohl der Zusammenschluss der Seilschaften keinerlei politische Gründe hatte (die vier hatten sich aus Freude über ihr Überleben in einer Lawine in der „Spinne“ verbunden), sah das damalige nationalsozialistische Regime in der Vereinigung ein Symbol für den Anschluss Österreichs an Deutschland, der kurz vorher, am 13. März 1938, erfolgt war, und schlachtete den bergsteigerischen Erfolg als Zeichen für die Stärke Deutschlands propagandistisch aus.

Am Ende des Höhenweges beginnt der Rotstock - Klettersteig. Hier nun über Leitern und an Drahtseilen hinauf auf den ersten Aufschwung. Dann dem Pfad folgend in eine Nische zum Stollenloch der ehemaligen Station Rotstock der Jungfraubahn. Einen mächtigen Aufschwung aufwärts in eine breite Rinne, quasi der Trennlinie zwischen Rotstock und Eiger – Westgrat. Von dort über Stufen, Bänder und eine uralte Leiter bis in die Eiger – Westflanke hinein. Danach den Ostgrat, mit kurzen Leiter- und Drahtseilpassagen, hinauf zum Gipfel. Einstieg bis Gipfel ca. 60 min. Dann auf dem Gipfelplateau die Sonne genießen.
Davon wird Herrchen noch lange schwärmen. Er ist ein Stück am Eiger geklettert. Was für ein Gefühl. Nachdem beide abgestiegen waren und über die Station "Eigergletscher" zur "kleinen Scheidegg" gelaufen sind wo wir Frauen gewartet haben wurde ein Kaffee getruncken. Mit der Bahn sind wir dann zurück zum Auto gefahren und haben den Heimweg eingeschlagen.

Was für ein Tag für uns alle.

TOP OF EUROPE

Eine kleine Radtour

Wie immer ist Herrchen am Morgen Brötchen holen gewesen und wie immer habe ich keines bekommen. Da geht es mir ja zu hause besser. Da gibt es beim Bäcker immer ein Leckerlie.
Heute steht ein entspannter Tag auf dem Plan. Wir fahren mit dem Rad alle nach Weggis. Die Strecke soll schön sein und ein paar Steigungen enthalten. Mal sehen wie Frauchen und Oma das meistern.

Es ging dann echt flott und nach dem halben Weg haben wir eine Foto~ und Badepause gemacht. Ich war im Wasser schwimmen und habe Stöckchen gebracht. Mein Lieblingsspiel, und jeder hat jeden fotografiert. Dann sind wir weiter, in Weggis auf ein Schiff umgestiegen und über den See zurück nach Gersau gefahren. War echt Cool und das Schiff war richtig schnell.

Nach dem Abendessen sind Herrchen und Frauchen zusammen nach Luzern gefahren. Sie wollten in ein IMAX und sich zwei Filme ansehen. Ich glaube es waren "Die Alpen" und "Deep Sea - Wunder der Tiefe" . Ich denke sie hatten einen schönen Abend und wie natürlich zu erwarten sind sie fast zu spät gekommen, weil sie noch schnell einen Kaffee bei Starbucks trinken mussten.
Ich bin zuhause bei Oma und Opa geblieben und nach einem schönen Abendessen habe ich mich mit Leckerlie vollstopfen lassen. So kann es wegen mir jeden Abend laufen. Herrchen ist beim füttern immer so ein Geizknochen.

Herrchen als Rindviehverschnitt

Heute sind wir zusammen auf Schusters Rappen unterwegs. Wir wollen unseren Hausweg von Gersau nach Gschwänd hoch. Das sind 550m und es geht an einigen Stellen steil bergauf, wofür zwei Stunden veranschlagt wurden. Die Oma hat sich tapfer gehalten und die meiste Zeit das Tempo vorgegeben. Dann war ich so durstig das ich zwei mal in den angrenzenden Bach springen mußte. So eine kleine Erfrischung tut doch immer wieder mal gut. Ich bin eben doch kein "Stinkebär" wie alle immer behaupten. Oben angekommen haben Oma das Luder und ich die Gondel rauf zum Berggeist genommen. Schön entspannt und erholt oben angekommen haben wir gespielt und gegessen.

Die zwei Männer mußten natürlich wieder beweisen wie toll sie sind und wollten die 650m noch zu Fuß hoch laufen. Irgendwann war aber der markierte Weg zu Ende und sie standen da und wussten nicht weiter. Die Karte hatte auch keine brauchbaren Informationen zu bieten. Sie haben sich natürlich für den falschen Weg entschieden. Obwohl das so genau niemand sagen kann, denn irgenwann standen sie auf einer Koppel und sind zurück gegangen. Ja, ja man soll eben nicht dem erstbesten Zwerg folgen. :-}
Jetzt ging der Ärger aber erst richtig los und der weitere Weg führte direckt über die Viehwiesen der Bergbauern. Herrchen hatte immer Angst das ein Ochse seine rote Jacke genauso schön findet wie er selbst. Um wieder auf den Weg zu kommen mussten die beiden dann unter einem Weidezaun durch kriechen wobei Micha natürlich einen Stromschlag bekommen hat. Er ist ordentlich gesprungen.
Ja Herrchen, dieser Zaun soll Rindviecher zurück halten und wie man sieht klappt es auch.Ha, Ha, Ha.
Auch nach mehrmaligem Fragen haben beide den richtigen Weg nicht gefunden und landeten wieder wo sie hingehören.
Auf der Viehweide.
Also dann auch den restlichen Weg auch noch querfeldein.

Oben bei uns angekommen hat Herrchen sich gleich seiner Schuhe entledigt. Gut das ich vier Beine habe, so konnte ich mich gerade noch halten. Da fällt mir wieder der "Stinkebär" ein. Nachdem alle was getrunken haben sind wir mit der Gondel wieder runter und zur Wohnung gegangen.

Zürich ist auch nich so schön

Nach dem üblichen Frühstück sind wir heute mit dem Auto nach Schwyz gefahren. Unterwegs haben wir uns dann aber entschieden nach Zürich zu fahren. Ob das so eine tolle Idee war. Wir haben im Parkhaus gehalten und sind dann flanieren gegangen. Für mich gab es nicht viel zu sehen. Überall nur Geschäfte mit Markensachen die sich niemand von uns je leisten kann. Die Laune von allen war auf dem Tiefpunkt.
Da Hilft nur eine ordentlich Mahlzeit die wir uns dann auch gegönnt haben. Auf dem Rückweg zum Auto haben wir vor dem Starbucks noch einen Gratiskaffee bekommen und Herrchens Laune war gerettet. Zurück in Schwyz haben wir noch am Werk von Victorynox gehalten und nach Messern gesehen. Es gab ein paar schöne Stücke zu noch schöneren Preisen.

An diesem Abend haben wir uns, nach dem Packen, alle so richtig einen hinter die Binde gegossen und sogar die Oma war richtig blau. Wir haben den gesamten Weinrest getrunken. So beendet man standesgemäß einen Urlaub.